Dualaktivierung

Harvey inspiziert erstmal die Gasse - das gehört auch dazu...
Harvey inspiziert erstmal die Gasse - das gehört auch dazu...

Auf besonderen Wunsch hin werde ich mich in Kürze hier dem Longe-Walking widmen. Da ich aber das Pferd nicht von hinten aufzäumen will (funktioniert nicht immer, eigene Erfahrung...) heute erstmal ein generelles Wort zur Dualaktivierung, auch wenn sich das Thema in einem Blogartikel nicht erschöpfend behandeln lässt:

 

Pferde sind perfekt, so wie sie sind. Nur zum Reiten sind sie von Natur aus nicht geschaffen. Damit sie uns ohne körperlichen Schaden zu nehmen und sicher für uns und die Umwelt durch die Gegend tragen können, brauchen sie ein bißchen "Tuning", auch Training genannt. Das kann natürlich auf die eine oder die andere Art erfolgen, einfach und effektiv ist jedoch die Dualaktiverung.

 

Durch die wechselseitigen Farbreize der Gassen und Pylonen wird die Gehirnaktivität des Pferdes angeregt. Dadurch kann es einerseits festsitzende negative Erfahrungen verarbeiten und künftig gelassener reagieren. Andererseits ist es durch die gesteigerte Gehirnaktivität möglich, dem Pferd seine Hinterhand ins Bewusstsein zu rufen und dadurch besser zu koordinieren. Und zu guter Letzt verbraucht Gehirnaktivität viel mehr Energie als Bewegung, wenn man das Pferd also zum Denken bringt, muss man es nicht über Bewegung auspowern (für alle die meinen, sie müssten das tun...)

 

Als Parcours in der Dualaktiverung dienen durch die Gassen sichtbar gemachte Figuren aus der klassischen Reiterei, beispielweise die Quadratvolte, das Kleeblatt oder auch Schlangenlinien.

 

Die ständigen Wechsel zwischen Biegen und Geraderichten, die vielen Handwechsel und nicht zuletzt das Überwinden von Hindernissen (auf dem Boden liegende Gassen, keine Oxer!) bewirken, dass das Pferd lernt, sich auszubalancieren und seine Hinterhand so einzusetzen, dass es energiesparend um die Kurve kommt, nämlich durch ein unter den Schwerpunkt tretendes inneres Hinterbein.

 

In den Gassen ist dem Pferd der Weg klar vorgegeben, sodass es selbstständig arbeiten kann, ohne durchgehende Unterstützung des Longenführers oder Reiters. Es lernt durch selbstproduzierte positive Erfahrungen (Wenn ich das innere Hinterbein unter den Schwerpunkt setze, komme ich besser und energiesparender um die Kurve!).

 

Diese "Erkenntnis" wird das Pferd einsetzen und dadurch nicht nur die großen Bewegungsmuskeln, sondern auch die gelenknahe Haltemuskulatur effektiv trainieren.

 

Natürlich wird der Lerneffekt nur dann eintreten, wenn sich Mensch und Pferd auf die gemeinsame Arbeit konzentrieren und bewusst trainieren, anstatt zwischendurch den neuesten Stallklatsch durchzugehen oder nach Raubtieren Ausschau zu halten.

 

Dieses konzentrierte Training ist sehr anstrengend für die Pferde, eben weil sie ihr Gehirn einschalten müssen und das sehr viel Energie kostet. Nach etwa 20 Minuten kann sich ein Pferd nicht mehr konzentrieren, sodass das Training nicht mehr effektiv sein wird. Aus dieser Erfahrung heraus hat sich für die Dualaktivierung ein Training in Zeitintervallen entwickeln, das ich an anderer Stelle noch vorstellen werde.

 

Die Dualaktivierung ist vielseitig einsetzbar, in den Parcours kann longiert, geritten oder gefahren werden, sodass das Training den jeweiligen Bedürfnissen des Pferdes angepasst und entsprechend seinem Alter, Ausbildungsstand und gesundheitlichen Zustand eingesetzt werden kann. Auch hierzu bald mehr. 

 

Pferde profitieren von der Dualaktivierung also sowohl psychisch, sie werden gelassener und selbstbewusster im positiven Sinne, als auch physisch, Balance und Koordination werden verbessert und Muskulatur aufgebaut.

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